Weibliche Balance in den Wechseljahren: Tipps für Gesundheit und Wohlbefinden
- Franziska Gillmann
- 11. Okt. 2024
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Okt. 2024
Auch in unserer modernen Zeit ist es nach wie vor mehrheitlich ein Tabuthema, über die Wechseljahre zu sprechen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern: Zu meiner Zeit als junges Mädchen wurde nie über den Zyklus gesprochen, wir wurden nie richtig aufgeklärt. Das fand unter Mädchen statt oder durch das Magazin "Bravo". Was es mit unserer Psyche und unseren Körpern macht, welchen Zyklus wir durchlaufen, Monat für Monat, warum wir Unterleibsschmerzen haben – das ertrugen wir ohne zu jammern. Da ging man durch und schwieg (und ich glaube, unsere Eltern wussten da auch nicht besser Bescheid). Irgendwann ging es zum Arzt, und er verschrieb die Pille. Gedanken darüber, was diese Verhütungsmittel mit unserem Körper anrichten, hatten wir nicht.
Als ich Mitte 30 war, schenkte mein Vater mir ein Buch über die Wechseljahre – das konnte ich überhaupt nicht verstehen, da ich so weit weg war von diesem Thema. Er hat dort bereits einen "Samen" gesetzt, wie wichtig das Thema für uns Frauen ist.
Wechseljahre: Zeit des Wandels und der Selbstentfaltung
Die Wechseljahre sind eine Zeit des Wandels, aber auch eine Chance zur Selbstentfaltung und Neuorientierung. Frauen haben oft viele Rollen zu erfüllen und hohe Anforderungen zu bewältigen. Gerade in dieser Lebensphase ist es wichtig, gut auf sich selbst zu achten und bewusst Maßnahmen zu ergreifen, die das körperliche und emotionale Wohlbefinden fördern. Mit der richtigen Unterstützung und einem positiven Ansatz können die Wechseljahre zu einer erfüllten und gestärkten Lebensphase werden.
Die Wechseljahre, auch bekannt als Klimakterium, sind eine natürliche Lebensphase, die jede Frau durchläuft, typischerweise zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr. Während dieser Zeit stellt der Körper allmählich die Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron ein, was eine Reihe von körperlichen und emotionalen Veränderungen mit sich bringt. Für berufstätige Frauen, die sich oft in einer besonders aktiven und anspruchsvollen Lebensphase befinden, können diese Veränderungen herausfordernd sein. Doch es gibt Wege, diese Phase positiv zu gestalten und sich in seinem Körper wieder wohlzufühlen.
Die Bedeutung von Hormonen im Gleichgewicht
Hormone haben einen großen Einfluss auf unser Verhalten. Eine Dysbalance der Hormone kann die Lebensqualität massiv einschränken. Dazu gehören Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, emotionale Hochs und Tiefs, die wiederum Auswirkungen auf unsere Beziehungen haben – sowohl auf die privaten als auch die beruflichen. Dadurch geraten die Emotionen außer Kontrolle, und wir lassen die Stimmungsschwankungen am Partner aus und fühlen uns in unserer Haut nicht mehr wohl. Oft vergessen wir, dass unser Umfeld nicht für unser Wohlbefinden verantwortlich ist.
Viele Frauen können sich mit den Auswirkungen eines unausgeglichenen Hormonhaushalts identifizieren. Der Zustand des Hormonmangels ist sehr ungesund.
Die Big Five der Symptome sind:
Hitzewallungen
Vaginale Beschwerden
Schlafstörungen
Depressionen
Inkontinenz
Ich möchte dir an dieser Stelle das Buch von Dr. med. Sheila de Liz ans Herz legen. Sie ist Expertin auf diesem Gebiet, was Hormone und Wechseljahre betrifft. In meinen Mentorings arbeite ich mit einer Ärztin zusammen, die sich ebenfalls auf Hormone spezialisiert hat.
Tipps für den Umgang mit den Wechseljahren
Hier in meinem Blog gebe ich dir Tipps an die Hand, die du direkt umsetzen kannst. Die Hormone in Balance zu bringen, geschieht nicht über Nacht. Das braucht Geduld, Willen, Disziplin und Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich, dran zu bleiben – es ist für dich und dein Leben! Du wirst dich wieder in deine Mitte einpendeln, dafür ist es essenziell, dass du deinen Körper heilst, und Heilung braucht Zeit. Es können sich Verbesserungen bereits nach einigen Wochen oder Monaten einstellen, aber du wirst langfristig davon profitieren.
Ernährung in den Wechseljahren
In den Wechseljahren ist es wichtig, genügend Proteine zu sich zu nehmen. Die Ernährung spielt eine große Rolle, wenn es um die Hormone geht. Dein Körper braucht gesunde, hochwertige Nährstoffe, um gut zu funktionieren.
Frisches Obst und Gemüse
Unverarbeitete Vollwertkost
Gesunde Fette wie Avocado, Nüsse, Kerne, Olivenöl
Gesundes, natürliches Protein wie Hülsenfrüchte, Linsen, Erbsen, Vollkornbrot, Haferflocken, Eier (tierische Produkte in Bio- oder Demeter-Qualität ohne zugefügte Hormone)
Vermeide industriell verarbeitete Lebensmittel wie Pizza, Burger, Süßigkeiten etc. Das heißt nicht, dass du nie wieder eine Pizza oder Süßigkeiten essen darfst. Sorge dafür, dass es eher die Ausnahme ist und du es in vollen Zügen genießt.
Bewegung und Sport
In den Wechseljahren verändert sich der Körper einer Frau auf viele Arten, und es ist wichtig, darauf zu achten, wie man sich körperlich betätigt. Bewegung ist entscheidend für die Gesundheit – das gilt für jeden von uns. Doch wenn es darum geht, die Hormone im Gleichgewicht zu halten, ist es essenziell, auf die richtige Art des Trainings zu setzen.
Sanfte Trainingsmethoden bevorzugen
Während jedes Workout Stress für den Körper bedeutet, ist es besonders wichtig, während der Wechseljahre sanft zu sich selbst zu sein. Intensive Trainingseinheiten und Extrem-Cardio können zu viel Stress verursachen und den Hormonhaushalt negativ beeinflussen. Stattdessen solltest du dich auf Workouts mit geringer Belastung konzentrieren:
Pilates: Diese sanfte Trainingsmethode stärkt die Muskulatur, verbessert die Flexibilität und hilft, den Körper zu entspannen.
Yoga: Yoga fördert nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die geistige Entspannung. Es hilft, Stress abzubauen und bringt Körper und Geist in Einklang.
Muskeltraining: Das Trainieren der Muskulatur kann zudem verschiedenen Alterskrankheiten vorbeugen. Ein regelmäßiges Training beugt außerdem Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, da Sport den Sauerstofftransport des Blutes fördert. Für Frauen in den Wechseljahren ist es wichtig, die Stabilität zu halten und die Muskeln zu erhalten.
Balance finden
Wenn du dennoch intensive Workouts bevorzugst, stelle sicher, dass diese nicht länger als 60 Minuten dauern. Es ist wichtig, die Balance zwischen Anstrengung und Erholung zu finden, um den Körper nicht zu überfordern und die hormonelle Balance zu unterstützen.
Gesunder Schlaf ist essenziell
Unterschätze niemals die Bedeutung von ausreichendem Schlaf. Vielmehr solltest du diesem Aspekt in deinem Leben höchste Priorität einräumen. Während des Schlafs repariert und regeneriert sich unser Körper. Im Durchschnitt benötigen wir 7-9 Stunden Schlaf pro Nacht. Besonders in Zeiten der Heilung neigt unser Körper dazu, bis zu 9 Stunden Schlaf zu benötigen.
Sorge also dafür, dass du früh genug ins Bett gehst und alles daran setzt, deinen Körper auf das Einschlafen vorzubereiten. Damit er sich rechtzeitig darauf einstellen kann, hilft es, das Licht zu dimmen, Lavendelöl zu riechen oder einen Tee zu trinken und ein wohltuendes Buch zu lesen. Vermeide es, Nachrichten zu schauen oder durch Social Media zu scrollen, da dies das Gegenteil bewirkt: Dein Gehirn läuft auf Hochtouren.
Versuche, dir eine Abendroutine zu schaffen, die dich sowohl körperlich als auch geistig zur Ruhe kommen lässt. Indem du dich auf einen gesunden Schlaf vorbereitest und ihn priorisierst, trägst du erheblich zu deiner Gesundheit und deinem Wohlbefinden bei.
Stressmanagement
Stress wirkt sich erheblich auf unser Hormonsystem aus und kann dessen Gleichgewicht stören. Um das Ausmaß dieses Einflusses zu verstehen, lohnt es sich, wissenschaftliche Untersuchungen dazu genauer zu betrachten. Stress führt zur Freisetzung von Cortisol im Körper. Progesteron, ein wichtiges weibliches Hormon, wird aus dem gleichen "Haupthormon" namens Pregnenolon wie Cortisol gebildet. Bei Stress benötigt unser Gehirn mehr Cortisol, was die Produktion von Progesteron beeinträchtigt. Dies führt zu einem Ungleichgewicht im weiblichen Körper und zeigt sich beispielsweise durch typische Symptome eines Östrogenüberschusses.
Individuelles Stressmanagement finden
Jede Person benötigt ein individuelles Stressmanagement, um herauszufinden, was am besten funktioniert. Beispiele dafür sind:
Yoga / Pilates
Meditation / Achtsamkeitstraining
Journaling
Bewegung, Laufen in der Natur
Die Neuausrichtung der eigenen Gedanken ist ein wichtiger Aspekt, den alle berücksichtigen sollten, um Stress zu reduzieren. Konzentriere dich auf das, was in deiner Macht liegt – das ist viel. Diese bewusste Entscheidung kann enorm viel bewirken. Entscheide dich dafür.
Fazit
Die Wechseljahre sind eine Zeit des Umbruchs, aber auch eine Möglichkeit für Neuanfänge. Indem du auf deine Gesundheit achtest, Stress bewältigst, auf die richtige Ernährung achtest, dich regelmäßig bewegst und ausreichend Schlaf findest, kannst du die Hormone in Balance halten und diese Lebensphase zu einer positiven und bereichernden Erfahrung machen. Es braucht Geduld, Disziplin und Willen – doch der Lohn ist es wert.
Trau dich, die Verantwortung für dich selbst zu übernehmen und dein Leben in die Hand zu nehmen! Nutze diese wertvollen Tipps, um deine Wechseljahre bewusst und positiv zu gestalten. Wenn du mehr Unterstützung benötigst oder dir einen individuellen Plan wünschst, kontaktiere mich gerne für ein unverbindliches Beratungsgespräch. Lass uns gemeinsam diese spannende Lebensphase angehen!
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